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4 wissenswerte Infos über den Beruf der Pflegehelfer*innen

1. Der Bedarf an Pflegehelfer*innen steigt, weil es mehr Pflegebedürftige gibt

Pflegehelfer*innen werden händeringend gesucht, denn immer mehr Menschen sind in Deutschland pflege­bedürftig­. Im Jahr 2003 waren es circa 2,08 Millionen Menschen. Nur 16 Jahre später hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen verdoppelt (2019: 4,13 Millionen). Und ein Ende ist nicht absehbar, denn es gibt immer mehr ältere Menschen durch unsere stetig bessere medizinische Versorgung. Bereits jetzt haben wir die Prognosen des Statistischen Bundesamtes zur zukünftigen Zahl Pflegebedürftiger übererfüllt: Expert*innen sagten bis 2060 etwa 4,53 Millionen pflegebedürftige Menschen voraus, die wir bereits 2019 nahezu erreicht haben. (Zusätzlich sind die Zahlen aufgrund der Reform der Definition von Pflegebedürftigkeit vom 01.01.2017 erhöht.) Somit ist der Bedarf an Pflegepersonal mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der Zukunft hoch und der Job krisensicher.

2. Es gibt unterschiedliche Ausbildungen zum Beruf Pflegehelfer*in

Die Helfer*innen können aufgrund ihrer Ausbildung grob unterschieden werden in:

  1. Pflegehelfer*innen mit Weiterbildung, die zum Beispiel einen Pflegebasiskurs (siehe Info 3) absolviert haben.
  2. Pflegehelfer*innen mit einer Ausbildung von 1-2 Jahren abhängig vom Bundesland. Dazu zählen Gesundheits- und Krankenpflegehelfer*innen und Altenpflegehelfer*in

Beide unterstützen examinierte Pflegefachkräfte (Pflegefachfrauen*männer, Altenpfleger*innen, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*innen) bei der Versorgung von Patient*innen. Dabei helfen sie im Bereich der Grundpflege, wie das Betten von Kranken, Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme und der Körperpflege sowie der Überwachung von Kranken, Ermittlung von Vitalwerten oder Verbandswechsel. Im Vergleich zu den Pflegefachkräften verdienen Helfer*innen weniger und dürfen nicht eigenverantwortlich arbeiten.

3. Der Pflegebasiskurs zur Weiterbildung als Pflegehelfer*in dauert nur 200 Stunden

Die Branche bietet gute Jobchancen, weil der Fachkräftemangel in der Pflege sehr groß ist. Deshalb kann man bei vielen Bildungsträgern einen Pflegebasiskurs in nur 200 Stunden absolvieren. Dafür ist kein bestimmter Schulabschluss nötig. Diese schnelle Qualifizierung vermittelt in 3 Monaten Basiskenntnisse im Pflegebereich wie zum Beispiel die menschliche Anatomie, Übungen zu Lagerung von Kranken, Rollstuhltraining oder Kommunikation und Beziehungsgestaltung.

Der Pflegebasiskurs richtet sich unter anderem an Arbeitsuchende und arbeitslose Interessent*innen. Ziel ist die bessere Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Mit einem Bildungsgutschein übernimmt das Jobcenter bzw. die Arbeitsagentur die Kosten. Falls ihr noch keinen Führerschein habt, könnt ihr den bei der Gelegenheit gleich mitmachen.

Auch Quereinsteiger*innen können eine Chance durch den Pflegebasiskurs bekommen und noch mal neu durchstarten. Wer Freude an der Arbeit mit kranken, behinderten oder alten Menschen hat, kann sich so beruflich neu erfüllen.

4. Ein gutes Gehalt bekommen Pflegehelfer*innen meist in Betrieben, die nach Tarif zahlen

Viele Unternehmen in der Pflege sind privatisiert. Bei diesen Unternehmen solltet ihr ganz genau auf das Gehalt schauen, denn viele betreiben Lohndumping.

Wenn ihr beim Gehalt auf Nummer sicher gehen wollt, dann schaut euch am besten nach einem Job in einem tarifgebundenen Unternehmen um.

Hier haben wir ein paar zu eurer Orientierung zusammengestellt:

Bezahlung nach dem TVöD-P

Unternehmen wie Caritas, Deutsches Rotes Kreuz und Vivantes zahlen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Pflege. Auch die Gehaltstabellen findet ihr online.

Demnach sind Pflegehelfer*innen mit mind. 1-jähriger Ausbildung in P 6 eingruppiert. Ab dem 01.04.2021 erhalten sie im ersten Berufsjahr 2.417,67 €. Sie können bis 3.332,80 € in Erfahrungsstufe 6 verdienen.

Pflegehelfer*innen z.B. mit Pflegebasiskurs werden in P 5 eingruppiert und erhalten im ersten Jahr 2.334,28 €. Das Maximalgehalt in Erfahrungsstufe 6 beträgt 2.988,30 €.

Paritätischer Wohlfahrtsverband

Der Paritätische Wohlfahrtsverband gruppiert die Berufe nach einem anderen System. Pflegehelfer*innen mit mind. 1-jähriger Ausbildung zählen zu Gruppe C. Seit dem 01.01.2020 verdienen sie im ersten Jahr 2.229,34 € bis maximal 3.097,17 € in Stufe 5. Pflegehelfer*innen mit Pflegebasiskurs sind in Gruppe B, die abhängig von der Berufserfahrung zwischen 2.022,00 bis 2.523,40 € Gehalt erhalten.

Diakonie

Bei der Diakonie werden Pflegehelfer*innen mit mind. 1-jähriger Ausbildung in die Gruppe EG 4 eingruppiert. Ab dem 01.07.2020 verdienen sie je nach Berufserfahrung zwischen 2.495,13 bis 2.757,76 €. Sie können auch in Stufe EG 5 zwischen 2.718,82 und 3.148,10 € verdienen. Das höhere Gehalt bekommen sie, falls sie Tätigkeiten übernehmen, die spezielle Fertigkeiten und erweiterte Kenntnisse voraussetzen. Andere Pflegehelfer*innen bekommen in Stufe EG 3 zwischen 2.317,01 bis 2.560,90 € Gehalt.

Nehmen wir mal an, ein Pflegehelfer ist in Stufe EG 3 in Steuerklasse 1, ohne Kinder, dann bleiben am Monatsende 1.619,20 €. Gar nicht mal so übel, wenn man bedenkt wie kurz die Ausbildung ist.

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