Happy End in Corona Jobbörse systemrelevante Berufe

Kevins Suche nach dem Happy End in Corona-Zeiten

Wir beginnen unsere Interviewreihe mit Kevin und seiner Suche nach dem Happy End. Wir haben mit Kevin gesprochen, der durch Corona seinen Job als Koch verlor, zwischendurch am Rande der Verzweiflung war und am Ende doch zu seinem Happy End kam.

Wie alles begann…

Kevin ist 25 Jahre alt, sehr hilfsbereit, ein bisschen verrückt und bringt mit seinen Sprüchen Leute zum Lachen. Schon als er klein war, hat er mit seinem Opa gerne gekocht und vielleicht auch deshalb eine Ausbildung zum Koch gemacht. Bis zur Corona Krise hat er in unterschiedlichen Restaurants gearbeitet und viele Menschen mit seinen Kochkünsten verzaubert.

Dann wurde alles anders durch Corona…

Doch Ende März änderte sich alles: Sein Chef schickte ihm eine Whatsapp Nachricht, dass er das Restaurant zumacht. Schließlich konnte er keine Laufkundschaft bedienen. Das war ein großer Schock für Kevin, denn damit hat er nicht gerechnet. Er ist vor kurzem umgezogen und die Miete ist nicht gerade billig. Schulden, Hoffnungslosigkeit und Frust waren seine Begleiter:

„Ich hatte kein Geld zum Leben. Ich habe einfach nur geheult, weil ich nicht weiterwusste. In der Zeit war ich sehr nachdenklich, weil ich nicht wusste, was ich mach. Die Rechnungen stapeln sich, das Konto ist immer mehr im Minus. Und man muss das irgendwann ja auch zurückbezahlen…“

Also hat Kevin insgesamt 26 Stellen abtelefoniert, um irgendeinen Job zu bekommen. Ob Koch, Verkäufer, Aushilfe im Hotel oder Lager… das war ihm egal, Hauptsache er verdient etwas Geld. Doch wo er auch anrief, alles war bereits voll. Denn viele Leute hatten die Idee während der Corona Zeit übergangsweise woanders zu arbeiten. Im April beantragte er deshalb Arbeitslosengeld, hat jedoch bis heute nichts dazu gehört, obwohl er fünf Mal nachfragte.

„Ich fühlte mich im Stich gelassen. Das war schon heftig. Hätte ich keine Familie gehabt, die mich unterstützt hätten oder enge Freund*innen, dann wäre ich obdachlos geworden, hätte mir Essen aus der Mülltonne suchen müssen oder wer weiß was.“

Eine schwere Entscheidung bringt die Wendung

Der schwerste Schritt für Kevin war es, seine Mutter anzurufen. Kevins Mutter arbeitet in der Pflege und er weiß, dass die Firma immer Leute sucht. Nur der Haken an der Sache war: Er hatte seit einem Jahr keinen Kontakt mehr zu ihr, weil sie sich gestritten haben. Eigentlich wollte er nicht anrufen, aber in seiner Situation konnte er nicht wählerisch sein: Also nahm er schweren Herzens den Hörer in die Hand. Und das war eine gute Entscheidung, denn Kevins Mutter war sehr froh, dass er wieder auf sie zuging. Innerhalb von zwei Tagen hatte er ein Vorstellungsgespräch und schon nach fünf Tagen seinen ersten Tag als Altenpfleger in einer WG.

Die Entscheidung zum Quereinstieg in die Pflege

Als Kevin Mitte April seinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieb, hatte er noch keine Ahnung, was auf ihn zukam. Natürlich war die Vorstellung für ihn erstmal gewöhnungsbedürftig, fremden Menschen den Allerwertesten abzuwischen – das war jetzt nicht sein Traumjob. Doch er war einfach froh einen Job zu haben und ließ das Neue auf sich zukommen. Seine große Schwester unterstütze ihn und sagte, er bekäme das schon hin, denn er ist hilfsbereit und ein guter Mensch. Das baute ihn auf. Aber sonst hat niemand gesagt, er solle in die Pflege gehen – ganz im Gegenteil. Bis heute scherzen Freund*innen, weil sie denken, dass man nur Windeln wechseln muss. Trotzdem sagen sie auch immer wieder: „Respekt, dass du den Job machst. Ich könnte es mir nicht vorstellen“.

Nach einem Monat hatte er sich mit vielen Pflegetätigkeiten angefreundet. Und mehr noch: Kevin genießt die neue Dankbarkeit in der Pflege. Er wird belohnt mit einem Lächeln der Klient*innen, die Kolleg*innen freuen sich über seine Unterstützung, er hat mehr Freizeit und er bekommt dank Tarifvertrag mehr Lohn als vorher in seinem Beruf als Koch.

Kevins dreifaches Happy End in Corona-Zeiten

Kurze Zeit später fing eine neue Kollegin an, die ihren Job im Reisebüro durch Corona verlor. Es war Liebe auf den ersten Blick. Das wusste Kevin sofort – und sie auch.

Seitdem hat er wieder besseren Kontakt zu seiner Mutter. Er nimmt sich mehr Zeit für die Familie und denkt auch viel nach. Und die Menschen mögen ihn dort – und das nicht nur wegen seiner Kochkünste.

Aktuell hat er einen 1-Jahres-Vertrag. Schauen wir mal, wie es für ihn weitergeht. Sein Rat für alle, die auf ein Happy End in Corona Zeiten hoffen, lautet:

„Egal welchen Job man macht, ob man den gelernt hat oder nicht… Mach das Bestmögliche draus. Das Wichtigste ist, wenn man zumindest mit den Kolleg*innen oder Klient*innen lachen kann und einfach Freude hat.“

Vielleicht gibt dir diese Geschichte ein wenig Hoffnung auf ein Happy End, falls du selbst in einer schlechten Phase steckst.

Wenn du auch eine schöne Geschichte erlebt hast, melde dich gerne bei uns oder schreib einfach hier einen Kommentar. Wir freuen uns auf viele Stories!

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