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3 wichtige Fragen zum Pflegefachkräfte-Gehalt

Bevor wird das Pflegefachkräfte-Gehalt präsentieren, klären wir erstmal: Was ist eine Pflegefachkraft? Die Antwort ist gar nicht so einfach, denn viele Menschen nutzen den Begriff nicht einheitlich. Deshalb findet man im Internet viele Berufe unter dem Sammelbegriff, die gar nicht dazu gehören. Nach unserer stundenlangen Recherche bekommt ihr eine knackige Zusammenfassung hier auf Jobbuzz.

Zu den Pflegefachkräften gehören diese drei Berufe:

  1. Gesundheits-/Krankenpfleger*in bzw. Pflegefachfrau*mann
  2. Altenpfleger*in
  3. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*in

Pflegefachkräfte sind nicht zu verwechseln mit Pflegehelfer*innen (z.B. Altenpflegehelfer*in), die den examinierten Fachkräften zuarbeiten.

Eine (examinierte) Pflegefachkraft hat eine abgeschlossene 3-jährige Ausbildung. Diese Ausbildung wurde aktuell in dem Pflegeberufegesetz zusammengeführt. Das bedeutet, seit neustem absolvieren alle Auszubildenden zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistische Ausbildung. Im dritten Jahr können sie entscheiden, diese weiterzuführen, um als Pflegefachfrau*mann zu arbeiten. Oder sie spezialisieren sich auf einen der beiden anderen Berufe. Ein Grund für die neue Ausbildung ist, dass sich das Fachwissen, die Tätigkeiten und das Klientel stark in der Krankenpflege überschneiden. Deshalb macht eine gemeinsame Ausbildung Sinn. Außerdem ist der generalistische Berufsabschluss in der ganzen EU automatisch anerkannt, so dass Pflegefachkräfte mobiler arbeiten können.

1. Bekommen alle Pflegefachkräfte das gleiche Gehalt?

Theoretisch müssten alle Angestellten der drei Berufe das gleiche Gehalt bekommen. Sie erfordern eine ähnliche 3-jährige Ausbildung und haben viele gleiche Tätigkeiten. Jedoch sieht die Praxis häufig anders aus. Gesundheits-/Krankenpfleger*innen haben öfters ein höheres Gehalt und einen besseren Status als Fachkräfte in der Altenpflege, womöglich weil sie noch stärker im medizinischen Bereich arbeiten. Außerdem können Gesundheits-/Krankenpfleger*innen auch in der Altenpflege arbeiten, was umgekehrt seltener passiert. Die Herausforderung in der Pflege ist, dass viele Einrichtungen privatisiert sind und selten nach Tarif gezahlt wird. Bei diesen Unternehmen solltet ihr ganz genau auf das Gehalt schauen, denn viele betreiben Lohndumping.

Wenn ihr beim Pflegefachkräfte-Gehalt auf Nummer sicher gehen wollt, dann schaut euch am besten nach einem Job in einem tarifgebundenen Unternehmen um.

Ein Tarifvertrag hat einige Vorteile. Die Eingruppierung hängt von der Ausbildung und bisherigen Berufserfahrung ab. Die Entgelttabellen zeigen das genaue Pflegefachkräfte-Gehalt. Oft gibt es noch Zulagen zum Beispiel bei Nachtschichten. Die müsst ihr noch zum Gehalt hinzurechnen. Fragt am besten bei einer Bewerbung immer nach dem aktuellen Tarifvertrag und wie ihr eingruppiert werdet.

2. In welchen Einrichtungen gibt es das höchste Pflegefachkräfte-Gehalt?

Im Durchschnitt verdienen Pflegefachkräfte bei der Bezahlung nach Tarif am besten. Insbesondere in kommunalen Krankenhäusern verdienen Pflegefachkräfte gut und im Vergleich bis zu 10 Prozent mehr. Die privaten Unternehmen zahlen am wenigsten und viele machen ihre Lohnpolitik gar nicht erst öffentlich.

Hier als Beispiel das Gehalt von Altenpfleger*innen:

  • Öffentlicher Dienst: 2.830 – 3.540 €
  • Kirchliche Einrichtungen: 2.800 – 3.300 €
  • Privatsektor: 1.650 – 2.700 €

Altenpfleger*innen in Deutschland bekommen im Durchschnitt 2.877 € brutto Gehalt (Stand: 12/2020). Entscheidend sind außerdem diverse Zulagen, betriebliche Altersvorsorge und weitere Benefits.

3. Wie viel verdienen Pflegefachkräfte nach Tarif?

Meist werden alle drei Berufsgruppen nach Tarif gleich vergütet, das heißt sie werden gleich eingruppiert. Schaut dies in den Tarifverträgen eures Arbeitsgebers nach. Manchmal hängt die Eingruppierung stärker von den Tätigkeiten ab und weniger von der Ausbildung.

Manchmal ist es schwer durch einige Tarifverträge durchzublicken: Ellenlange Anhänge mit unzähligen Tabellen, teilweise unterschiedliche Angaben in den Dokumenten und online Plattformen, zig Sonderregelungen und vieles mehr. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass mindestens ein Diplom in Informationswissenschaften nötig ist, um den Überblick zu behalten. Also genießt die Angaben bitte ohne Gewähr!

Hier haben wir drei Tarife zu eurer Orientierung zusammengestellt:

Das Pflegefachkräfte-Gehalt nach dem TVöD-P

Im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Pflege sind Pflegefachkräfte mit 3-jähriger Ausbildung in P 7 eingruppiert. Ab dem 01.04.2021 erhalten sie im ersten Berufsjahr 2.880,56 €. Sie können bis 3.589,56 € in Erfahrungsstufe 6 verdienen. Mit entsprechender Fachweiterbildung kann die Eingruppierung bis P 9 erfolgen, in der das Gehalt zwischen 3.264,30 und 3.849,62 € liegt. Unternehmen wie Caritas, Deutsches Rotes Kreuz und Vivantes zahlen das Gehalt angelehnt an den TVöD.

Paritätischer Wohlfahrtsverband

Der Paritätische Wohlfahrtsverband gruppiert Pflegefachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung in Gruppe D. Seit dem 01.01.2020 verdienen sie im ersten Jahr 2.849,70 € bis maximal 3.482,57 € in Stufe 5. Sie können auch in Gruppe E sein, wenn sie Tätigkeiten mit Leitungsfunktionen übernehmen. Oder falls die Tätigkeiten spezielle Fähigkeiten erfordern, die üblicherweise aufgrund von Zusatzausbildungen erworben werden. Dann bewegt sich das Gehalt zwischen 3.337,39 € und 3.917,76 €.

Diakonie

Bei der Diakonie werden Pflegefachkräfte in EG 7 eingruppiert. Ab dem 01.07.2020 verdienen sie je nach Berufserfahrung zwischen 3.187,67 bis 3.762,77 €. Sie können auch in Gruppe EG 8 zwischen 3.509,01 und 4.142,08 € verdienen. Das höhere Gehalt bekommen sie, falls sie schwierige Aufgaben mit speziellen Fertigkeiten oder erweiterten Kenntnissen durchführen.

Fazit: Wie viel verdient eine Pflegefachkraft nach Tarif?

Nehmen wir mal an, eine Altenpflegerin ist in Gruppe EG 7 auf Erfahrungsstufe 1, in Steuerklasse 1, ohne Kinder, dann bleiben am Monatsende 2.070,64 € netto. Dazu kommen ggf. Zulagen durch Schichtarbeit oder anderem. Das ist ein verhältnismäßig gutes Einstiegsgehalt. Allerdings ist die Gehaltssteigerung über die Berufsjahre von ca. 600€ eher mau, wenn man bedenkt es im TVöD 10 Jahre dauert bis Erfahrungsstufe 5 erreicht ist.

Zur Zeit ist durch Corona und der Aufwertung der Berufe viel Bewegung in den Tarifverträgen. Wir hoffen, dass die Tarifverträge zeitig weiter überarbeitet werden und die Pflegefachkräfte-Gehälter noch fairer werden.

Hier findet ihr tariforientierte Stellen auf Jobbuzz. Vielleicht ist ja deine zukünftige Stelle dabei.

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